Konkrete Impulse zur Wandlung von Glaubenssätzen
Im letzten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Glaubenssätze entstehen, wie sie wirken – und warum es nicht reicht, sie nur „wegzudenken“. Vielleicht hast du seitdem schon erste Schritte gemacht, deine Glaubenssätze näher zu erkunden:
Hingespürt.
Wahrgenommen.
Heute möchten wir dir konkrete Impulse geben, wie du mit deinen Glaubenssätzen weiterarbeiten kannst, wie du ihnen bewusst begegnen und neue Erfahrungen schaffen kannst, die dir mehr Freude und Leichtigkeit eröffnen.
Hier noch eine liebevolle Erinnerung: Es gibt sehr hilfreiche Glaubenssätze. Immer wenn du einen solchen entdeckst, freue dich und feiere ihn. Auch wenn wir uns im Weiteren auf die nicht-hilfreichen konzentrieren, denke immer daran wie großartig du eigentlich du bist und in wieviel Lebensbereichen oder Situationen einfach alles gut läuft.
Schritt 1: Komme deinem Glaubenssatz auf die Spur und formuliere ihn.
Vielleicht kennst du deinen einschränkenden Glaubenssatz bereits – vielleicht musst du ihm aber auch erst noch auf die Spur kommen. Dies ist der erste Schritt. Deine Emotionen sind hier gute Hinweisgeber. Denn immer dann, wenn wir etwas vermeiden, frustriert oder wütend sind, Sorge oder sogar Angst verspüren, dann gibt es möglicherweise eine innere Blockade. Hier lohnt es sich also genau hinzuschauen und sich selbst zu erkunden.
- Was denkst du in diesen Momenten über dich?
- Welche Gefühle steigen in dir auf?
- Was bedeutet das für dich?
Erkunde dein „Gewordensein“:
- Wie bist du aufgewachsen?
- Welche wichtigen Bezugspersonen gab es in deinem Leben?
- Wie war der Umgang untereinander?
- Gab es Themen die immer wieder relevant waren?
- Oder Themen die ausgeblendet wurden? Vielleicht hast du bei Freunden oder Freundinnen Dinge beobachten können, die dir fremd waren?
- Was wurde dir als Kind immer wieder vorgelebt? Gesagt?
- Gab es Redewendungen oder Sprichwörter an die du dich erinnerst?
- Wenn du beschreiben solltest, was du gelernt hast auf deinem Weg, was wäre das?
Du kannst auch Sätze vervollständigen:
- Thema XY bedeutet für mich, dass …
- Meine größte Sorge in Bezug auf Thema XY ist ..
- Meine engsten Freunde sagen über Thema XY …
- Ich wünschte mir in Bezug auf Thema XY …
Wenn du dir alles durch den Kopf gehen lässt, welche Überzeugung kannst du entdecken? Schreibe sie auf!
Schritt 2: Prüfe, ob es wirklich wahr ist und rüttel an deiner Überzeugung.
Da du deine Überzeugung wahrscheinlich schon lange mit dir rumträgst und du zudem in der Zwischenzeit viele Erfahrungen machen konntest, solltest du die Aussage für dich erst einmal prüfen. Das kannst du mit „The Work von Byron Katie“.
Stelle dir folgende Fragen:
- Ist das wahr? (JA oder NEIN. Bei Nein zu Frage 3.)
- Ist das wirklich wahr? (JA oder NEIN)
- Wie reagierst du, was passiert, wenn du glaubst, dass es wirklich wahr ist?
- Wer wärest du ohne diesen Gedanken?
Diese Fragen erscheinen trivial und dennoch steckt viel drin. Ich durfte Byron Katie 2013 kennenlernen. Sie sagte damals folgenden Satz: „Die Realität ist freundlicher als die eigene Geschichte.“ Und das stimmt häufig.
Unser Tipp an dieser Stelle: Deine Überzeugung war zu irgendeiner Zeit sehr hilfreich und hat dich vor „Schaden“ bewahrt. Sei entspannt mit dir! Du bist auf deinem Weg.
Schritt 3: Bilde alternative Sätze
Byron Katie empfiehlt als letzten Schritt, den Glaubenssatz einfach umzudrehen. Wie lautet dann dein Satz? Finde drei konkrete Beispiele, warum auch der umgedrehte Satz wahr in deinem Leben ist.
Arbeite weiter. Finde einen neuen „umgedrehten“ Satz und finde dafür drei konkrete Beispiele.
Tipp: Hier ist es wichtig, in die Sätze hineinzufühlen. Kannst du diesen Satz wirklich glauben? Manchmal sind die Sätze zu generisch. Wenn du z.B. aus „Geld ist mir nicht wichtig“ „Geld ist mir wichtig“ machst, fühlt sich das vielleicht nicht so stimmig an. Dann mach es spezifischer und füge hinzu, wann es dir wichtig ist oder wozu. Und/oder du bildest eine Art Brückensatz in Richtung deines Zielsatzes. Eine Brücke kann sein: Ich erlaube mir …, Ich kann mir vorstellen …, Ich lerne…
Schritt 4: Finde DEINEN Satz
Du hast jetzt viele alternative Sätze für dich erkundet. Manche waren für dich wahrscheinlich stimmiger, als andere. Egal wie schön sich ein Satz anhört, wenn du ihn als nicht stimmig empfindest, dann ist er nicht passend. Sei auch an dieser Stelle entspannt. Das Ganze ist ein Prozess. Du bist auf dem Weg. Auf deinem Weg 😉 Schritt für Schritt unterstützt du dich, mehr und mehr zu der Person zu werden, die du sein möchtest. Auch in Situationen die herausfordernd sind. Denn leicht kann ja jeder 😉
Schritt 5: Stärke den Satz durch …
…konkrete Beispiele. Wenn du in Schritt drei schon gute Beispiele gefunden hast, in welchen Situationen dein Satz wahr ist, hast du deinen neuen Glaubenssatz schon ein wenig gestärkt. Finde mehr Beispiele!
… durch Zukunftsvisualisierungen. Du kannst den Prozess noch weiter unterstützen, indem du dir ausmalst, wer du bist, wenn du den neuen Satz glaubst. Welches Leben führst du dann? Wie ist dein Auftreten? Was tust du? Wie lebst du?
…durch ein Vorbild. Du kannst dich auch von Vorbildern inspirieren lassen. Gibt es jemanden, der das ausstrahlt, wonach du suchst? Was sind die Dinge, an denen du festmachst, dass diese Person das hat? Kannst du so „tun als ob“?
… durch kleine Handlungen – auch im Geist. Beobachte dich im Alltag. Gibt es Momente in denen du deiner alten „Programmierung“ gefolgt bist. Male dir aus, was du getan hättest, wenn du deiner gewünschten „Programmierung“ gefolgt wärst. Die Vorstellung hilft dir, das gewünschte alternative Verhalten zu bahnen und so deine Handlungsmöglichkeiten für den Ernstfall zu erweitern.
… hinterfrage einschränkende Gedanken. Wenn du im Alltag eine leise Stimme (oder vielleicht schreit deine Stimme auch) bemerkst, die dir etwas Einschränkendes zuflüstert, dann frage dich …ist das wahr? …ist das wirklich wahr? …steige also direkt in „The Work“ ein.
…Feedback. Oft sind wir viel strenger mit uns als andere. Erzähle einer dir vertrauten Person von deinem Vorhaben und bitte sie um eine Rückmeldung über deine Wirkung auf sie.
Schritt für Schritt für Schritt …und manchmal auch zurück
Das Ganze ist ein Prozess. Möglicherweise wirst du viele kleine Schritte machen, bis du das Thema einfach vergessen hast, weil es kein Thema mehr für dich ist. Vielleicht gibt es auch mal einen Schritt zurück. Was soll’s. Den wichtigsten Schritt hast du getan. Du hast etwas, was dich aus dem Untergrund angeleitet hat, enttarnt. Etwas Unbewusstes ist nun in deinem Bewusstsein. Damit wirst du im Alltag ganz oft merken …ach, da ist es wieder. Und das gibt dir die Freiheit auch etwas anderes tun zu können.
Und noch eins. Nimm dir nicht zu viel vor. Manche unserer Überzeugungen führen dazu, uns viel zu viel vorzunehmen. Denk immer daran, persönliche Entwicklung bedeutet nicht, sich „zu optimieren“, sondern sich Stück für Stück besser kennenzulernenlernen – mit Freude und Neugier.
„Life is a journey to be experienced, not a problem to be solved.“
A. A. Milne
Viel Spaß auf DEINEM Weg.
Und wenn du dir Unterstützung auf deinem Weg wünschst, dann sprich uns gerne an. Wir kennen auch eine Abkürzung 😉
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