Es gibt so viele Artikel über Loslassen mit den 3, 6, 10 besten Tipps. Wie wunderbar. Und oftmals unpassend 😉

Instant-Loslassen? 

Natürlich ist es toll, wenn diese Tipps dich unterstützen beim Loslassen, allerdings wird dadurch suggeriert, dass Loslassen ganz einfach ist und mal eben zu erledigen ist. Vielleicht machen wir uns alle direkt mal einen Kalendereintrag. Heute von 17.00 bis 18.00 Loslassen. Bist du dabei? Oder doch lieber der Wochenendworkshop? Wahrscheinlich hast du jetzt innerlich JA geschrien, aber sorry …es dauert doch noch einen Moment.

Denn ganz ehrlich, immer dann, wenn wir uns für das Thema Loslassen interessieren und solche Artikel wie diesen hier lesen, dann geht es uns ja genau um die Situationen, wo es schwer fällt loszulassen. Wo es eben nicht so einfach gelingt. Und die können ganz unterschiedlich aussehen. 

Vielleicht ist ein lieber Mensch oder ein geliebtes Tier gestorben. Vorstellungen vom eigenen Leben müssen verabschiedet werden. Eine Beziehung ist beendet. Oder sie dauert an, aber tut dir einfach nicht gut. Du bist bei deiner Traumstelle abgelehnt worden. Dein Nachbar parkt mal wieder auf deinem Parkplatz. Deine Kinder lernen immer noch keine Vokabeln. Deine Lieblingstasse ist zerbrochen. Die Anlässe sind vielfältig. Sie können für den einen groß sein, für den anderen klein. Die Einladung, die uns diese Themen schicken, sind aber immer die gleichen. Lass los und verhafte nicht. Nimm das Leben an! 

Das Leben annehmen, heißt nicht , gut zu finden, was gerade passiert, du kannst es auch richtig schlecht finden. Es heißt auch nicht, es zu negieren, es zur Seite zu schieben dem Erlebnis gegenüber gleichgültig zu sein. Es heißt auch nicht, dass du dich einfach nur zusammenreißen solltest und dann wird’s schon. All das heißt es nicht.

Was heißt es dann? 

Das Leben annehmen bedeutet,

… dass Wandel unvermeidlich ist. Das Verletzungen passieren. Dass das Leben endlich ist.

… dass es manchmal mit Schmerzen verbunden ist. Dass es weh tut. Du traurig bist. Wütend. 

… dass es manchmal Zeit braucht, um zu heilen und loszulassen.

… dass irgendwann alles gedacht und gesagt ist und du dich umdrehen kannst und weitergehen kannst. 

Es heißt also auch Vertrauen. Vertrauen in das, was kommt. 

 

Das Leben annehmen ist ein Prozess, eine Erfahrung, die dich stark macht.
Sei liebevoll und nachsichtig mit dir. 

Diesen wichtigen Grundgedanken möchten wir dir gerne mitgeben. Denn beim Loslassen geht es um eine Erfahrung. Ein Lernen. Eine Bahnung für zukünftige Lebensthemen. Und es wird wie bei jedem Lernen mal besser, mal schlechter funktionieren. Sich dafür zu beschimpfen oder sich noch mehr Druck zu machen hilft nicht weiter. Dann funktioniert Lernen überhaupt nicht. Und dafür bist du auch viel zu wertvoll. Geh Schritt für Schritt. Feiere deine Erfolge. Beobachte mit Interesse und Mitgefühl die Momente, in denen es dir nicht so gelingt. Sprich mit Menschen, denen du dein Vertrauen schenkst. Erinnere dich an all die Gelegenheiten, wo es dir wunderbar gelungen ist und erkunde sie genauer.

Loslassen – was sind deine Faktoren des Gelingens?

Eingangs habe ich gesagt, dass Loslassen nicht so einfach ist und nicht mal eben zu erledigen ist. Das stimmt – und stimmt auch wieder nicht. Ganz oft gelingt es uns ganz wunderbar. Das sind dann allerdings die Momente, die wir gar nicht so bemerken, eben weil sie uns so gut gelingen. Wir erleben eine Situation, werden wütend, traurig, was auch immer und können es aber ganz schnell loslassen. Das Gefühl bleibt nicht an uns kleben. Es beeinträchtigt uns nicht. Wir können einfach annehmen was ist und ohne wenn und aber weitergehen. Sicherlich kennst du solche Situationen auch.

Erinnere dich an eine Situation in deinem Leben, in der dir das Leben eine echte Hürde aufgestellt hat. Die möglicherweise anstrengend war, aber irgendwann konntest du alle schweren Gedanken loslassen und es  fiel dir leicht dich umzudrehen und Richtung Zukunft zu gehen. Was war das für eine Situation? Wer war daran beteiligt?

Was hat es möglich gemacht, dass du dich aufrichten konntest und wieder in die Zukunft blicken konntest? Welche Faktoren gab es, die zum Gelingen beigetragen haben?

Und wie könntest du mehr davon haben?

Mit diesen kleinen Fragen wollen wir es für heute gut sein lassen. Und beim nächsten mal beschäftigen wir uns dann mit den 3, 6, 10 besten Tipps zum Loslassen. Es werden kleine Nothelfer dabei sein, die eher eine erste Hilfe sind und die dir etwas Abstand ermöglichen. Und wir werden dir Möglichkeiten aufzeigen, wie du Loslassen für das Leben lernen kannst. 

Und jetzt…Aufstehen – Krönchen richten – und erst mal weiter. Denn manchmal tut Ablenkung auch einfach gut.